WM 2014 / Reisebericht

 

Da erstmals die deutsche Nationalmannschaft nicht geschlossen zu einer Weltmeisterschaft anreiste, war die erste spannende Frage, ob auch alle pünktlich am Treffpunkt ankommen würden. Tatsächlich trafen dann aber auch die letzten Teammitglieder am 25. September 2014 wenige Minuten vor der vereinbarten Zeit um 14.00 Uhr am Hotel Swing in Krakau ein.

 

Da Teamchef Karl Wendorf bereits vorgearbeitet hatte und die Akkreditierung schon abgeschlossen war, ging es direkt zum Turnierplatz, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Die Gastgeber hatten einen recht schönen und fairen Parcours gebaut. Auch die Turnierfahrzeuge, die Mercedes als Hauptsponsor zur Verfügung stellte, waren bestens. Im Nachhinein waren doch eigentlich alle mit der Aufgabenstellung zufrieden. Nur die eine oder andere Wertung der einzelnen Aufgaben blieb weitestgehend unklar, besonders was die tatsächlichen Messpunkte betraf.

 

Am Abend dann begann die Weltmeisterschaft mit der offiziellen Eröffnungsfeier, die in einem schönen Schloss ca. 20 Kilometer außerhalb stattfand. Wohltuend waren hier die wenigen und kurzen Reden, die dort gehalten wurden. Alle Teilnehmer wurden mit Shuttlebussen dorthin und später auch wieder zurück gebracht. Überhaupt muss man an dieser Stelle anmerken, dass der Einsatz von großen und kleinen Shuttlefahrzeugen an allen Tagen hervorragend organisiert war. Im Anschluss an die offiziellen Grußworte gab es dann das Abendessen für alle. Es sollte die wohl beste Mahlzeit während der nächsten Tage werden. Danach wurden im Schlosshof noch Ritterkämpfe präsentiert, bevor alle wieder gut und sicher in die Hotels gebracht wurden.

 

Wie die meisten Teams, war auch die deutsche Mannschaft im Hotel Swing untergebracht. Es befand sich in der Nähe des Turnierplatzes, der dadurch auch gut zu Fuß zu erreichen war. Das Hotel selber wurde von allen nur gelobt. Sehr schöne und bestens ausgestatte Zimmer und ein reichhaltiges Frühstücksbuffett ließen eigentlich keine Wünsche offen. Lediglich die Lage etwas außerhalb und dadurch fehlende Möglichkeiten für eventuelle Freizeitgestaltung in der Nähe des Hotels, war ein kleiner Kritikpunkt. Allerdings gab es wenigstens ausreichend Möglichkeit, sich im nahen Einkaufszentrum mit allem Notwenigen zu versorgen.

 

Am nächsten Tag, Freitag 26. September 2014, wurde es dann ernst. Die Wettbewerbe begannen und das auch noch sehr früh. Teilweise mussten die Mannschaften bereits um 6.00 Uhr in der Früh zum Wettbewerb antreten. Für die deutsche Mannschaft wurde um 8.00 Uhr Training angesetzt und gleich danach begannen auch die Wertungsläufe. Leider war das Team vom Wetter nicht begünstigt und es regnete teilweise recht heftig. Andere Nationen hatten da in den beiden Turniertagen mehr Glück.

 

Gleich nach den Wertungsfahrten ging es dann zum theoretischen Teil der Weltmeisterschaft. Abfahrtskontrolle, Ladungssicherung und ein Fragebogen warteten. Damit war dann aber noch vor dem Mittagessen alles erledigt und die deutsche Mannschaft war von nun an Zuschauer. Es blieb nichts anderes übrig, als die nächsten 30 Stunden abzuwarten, bis die Ergebnisse verkündet wurden.

 

So wurde nach der Mittagspause das Flugzeugmuseum besucht, was sich auf dem Turniergelände – einem ehemaligen Militärflugplatz - befand. Das Essen selber beinhaltete drei verschiedene Gerichte und hier beginnt auch einer der wenigen Kritikpunkte, die man den Veranstaltern machen muss. Leider war das Essen fast kalt und es gab keine weitere Abwechslung. Am gleichen Abend und auch am nächsten Tag zur Siegerehrung wurde jeweils wieder das gleiche Essen angeboten.

 

Samstag, 27. September 2014: Da die Wettbewerbe für die deutsche Nationalmannschaft ja bereits beendet waren, stand nun Kultur auf dem Programm. Der Veranstalter hatte für alle Teams Stadtführungen organisiert. So traf man sich nach dem Frühstück vor dem Hotel und wartete auf den Bus für den Transfer in die Innenstadt von Krakau. Dort wurde das Team von einer Stadtführerin erwartet, die auf angenehme Weise die Stadt und ihre Geschichte näher brachte, ohne dabei mit Informationen und Jahreszahlen zu „überfordern“. Leider spielte auch an diesem Tag das Wetter nicht immer mit und so wurden alle durch einen heftigen Regenguss zwischenzeitlich ziemlich nass. Nach fünf Stunden Sightseeing (inklusive Mittagspause, mit einem guten Essen) standen noch knapp zwei Stunden Freizeit zur Verfügung, die jeder auf seine Art und Weise nutzen konnte. Dies haben dann auch alle getan, zumal das Wetter inzwischen auch wieder mit spielte. Danach ging es zurück zum Hotel, um sich für die Siegerehrung vorzubereiten.

 

Im (leider nicht beheizten) Festzelt standen zunächst wieder die üblichen Dankesreden an, die aber auch diesmal nicht überdimensional in die Länge gezogen wurden. Dann endlich wurden die wunderschönen Pokale (hier hatte man sich wirklich etwas einfallen lassen) und Medaillen überreicht.

 

Der sonst übliche Heimvorteil der Gastgeber, hatte diesmal nicht etwas zu sagen. Zwar hatten auch Fahrer der Polen den einen oder anderen Grund zu jubeln, doch andere Nationen hatten deutlich mehr Grund zu feiern. Allen voran die deutsche Mannschaft, die mit Peter Wötzel in der Klasse F den neuen Weltmeister stellt. Dazu kamen mit den Vizeweltmeistern Mario Kühne in Klasse D und Sören Krause in Klasse F, sowie dem Drittplatzierten Hans Dohse in Klasse B drei weitere Einzelplatzierungen auf dem Siegerpodest. Alle Mannschaften konnten sich ebenfalls feiern lassen. Drei Weltmeisterteams kommen aus Deutschland (Klasse C, D und F), die Mannschaften der Klasse A und B belegten jeweils den dritten Platz. Außerdem gewann Deutschland die Nationenwertung, sodass alle Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft 2014 als Weltmeister nach Hause fahren durften.

 

Dies sollte natürlich ausgiebig gefeiert werden. Im unbeheizten und durch eine Band viel zu lauten Festzelt, hatte aber kaum jemand Lust dazu. So ging es recht zügig zurück ins Hotel, wo die Bar eingenommen werden sollte. Diese war aber dummerweise durch eine Hochzeit blockiert und in der näheren Umgebung des Hotels gab es leider keine Ausweichmöglichkeit. Daher wurden schnell ein paar Flaschen Wein organisiert und eine kleine Feier im Hotelfoyer improvisiert.

 

Sonntag, 28. September 2014: Für die meisten Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft stand nun die Heimreise bevor. Nur sechs Leute, die mit dem Flieger angereist waren, hatten noch einen Tag länger die Gelegenheit Krakau nochmals auf eigene Faust zu erkunden. Alle anderen setzten sich nach dem Frühstück in ihre Autos und machten sich auf den Weg in die Heimat.

 

Vielleicht hat nicht jeder sein persönliches Ziel erreicht. Trotzdem sind sicher alle auch irgendwo stolz und glücklich, denn Weltmeister wird man nicht einfach so und schon gar nicht jeden Tag.

 

Man kann also aus den Tagen von Krakau eigentlich nur ein positives Fazit ziehen. Der Veranstalter hat alles dafür getan, dass es ein Erlebnis wurde. Die Organisation war, bis auf wenige Kleinigkeiten, exzellent und auch das Rahmenprogramm hatte einiges zu bieten.

 

Einen besonderen Dank möchte das deutsche Team an dieser Stelle nochmals an Rafal und Natalia richten. Sie waren als Volunteers eingesetzt und während der gesamten Zeit für die Betreuung der Mannschaft zuständig. Sie haben ihre Aufgabe hervorragend bewältigt und sich wirklich um alles gekümmert, was es zu organisieren und zu klären gab.

 

Zum Schluss bleiben nur noch ein herzlicher Glückwunsch an alle Sieger und Platzierten, so wie der Dank an die Veranstalter für eine schöne Weltmeisterschaft 2014.

 

Nach der WM ist vor der WM. Also heißt es nun sich erneut zu qualifizieren und dann viel Erfolg in Jyväskylä/Finnland 2016!!!