WM 2010 / Reisebericht

 

Am Mittwoch, dem 01. September um 18.00 Uhr begann quasi in Aurich die Weltmeisterschaft 2010 für die Deutsche Nationalmannschaft. Die ersten Teilnehmer und deren Angehörige bestiegen den Reisebus, um nun die weiteren Mitglieder der Reisegruppe "einzusammeln". Der Zeitplan konnte voll eingehalten werden und am frühen Donnerstagmorgen waren dann alle zusammen. Gegen 09.00 Uhr erreichte das Team den Turnierplatz in Rankweil. Ein Dank geht an dieser Stelle an Volker Keil, Heino Martens und Ralf Rüscher. Sie hatten sich am Steuer abgewechselt und alle gut ans Ziel gebracht.

 

Noch wußte niemand, dass der Veranstalter offensichtlich mit seinen eigenen Ansprüchen und Vorgaben überfordert war. Doch bei den ersten Blicken auf den Parcours konnte man es bereits erahnen. Dort wurden noch fleißig die Turniergeräte aufgebaut, die eigentlich schon längst hätten fertig sein müssen. Auch die erste Sitzung der Jury, fand entgegen dem Zeitplan nicht statt. Es ließ sich bereits erahnen, dass auch die für 15 Uhr angesetzte Parcoursbesichtigung durch die Teamleiter nicht pünktlich stattfinden würde.

 

Ohnehin war die Anmeldung der Mannschaften durch die Teamleiter erst ab 12 Uhr vorgesehen, während die ersten Mannschaften aber schon ab 11 Uhr ihre Trainingszeiten hatten. Da die Verantwortlichen erst bei den ersten Anmeldungen merkten, dass noch wichtige Unterlagen fehlten, verzögerte sich die für 13 Uhr geplante Abfahrt zum Hotel natürlich auch. Gegen 15 Uhr war es dann endlich soweit und es ging - über für den Bus abenteuerlich enge Wege - zum Hotel Viktor im Ortsteil Viktorsberg, welches hoch über Rankweil gelegen war und eine ganz fantastische Aussicht bot.

 

Schon um 17 Uhr hieß es wieder einsteigen, den die Eröffnungsfeier auf dem Turniergelände sollte um 18 Uhr beginnen. Bei der Ankunft, also kurz vor der Eröffnung der WM, waren Jury und Teamleiter immer noch mit der Platzbesichtigung beschäftigt.

 

Dann aber begann die Weltmeisterschaft doch mit dem Einmarsch der Nationen. Frankreich erschien erst nach der Ansprache von UICR-Präsident Ludwig Büchel und Italien war nur mit Besuchern, nicht aber mit Startern vertreten. Die angemeldeten Teilnehmer der Elfenbeinküste bekamen kurzfristig doch kein Visum und einige Nationen haben die UICR wegen der Wirtschaftskrise verlassen. Es nahmen also insgesamt 13 Nationen an der WM teil, von denen 9 auch in allen Klassen und mit voller Starterzahl vertreten waren. Auf Nationalhymnen wurde ebenso verzichtet, wie auf eine offizielle Eröffnungsformel durch den UICR-Präsidenten. Dafür wurde der Song dieser WM präsentiert, aber dazu später mehr. So wurde dann endlich das Buffet freigegeben, welches das beste Essen der Tage in Rankweil werden sollte. Alle waren reichlich müde und hatten nun nur noch den Wunsch endlich ins Hotel zurück zu kehren. Da der versprochene Shuttlebus nicht zur Verfügung stand, mußte nochmals umdisponiert werden und es ging mit dem eigenen Bus zum Viktorsberg.

 

Das Team Deutschland freute sich auf einen "freien Tag" am Freitag, bis die Planung wieder umgeworfen wurde. Teamchef Karl Wendorf verkündete die "Überraschung", dass für die Mittagszeit plötzlich die Trainingszeit auf dem Programm stand und im Anschluß gleich die theoretischen Prüfungen abgelegt werden sollten. Daher mußte das Team bereits um 9 Uhr wieder am Turnierplatz sein. Da auch dabei der Zeitplan nicht eingehalten wurde, verzögerte sich die Rückfahrt zum Hotel wieder einmal. Immerhin stand nun aber endlich der Shuttlebus zur Verfügung und der Teambus konnte auf dem Gelände stehen bleiben. Immerhin blieb im Laufe des Tages auch noch einige Zeit, um die anderen Nationen bei deren Wertungsfahrten zu beobachten und einige Eindrücke für den eigenen Start zu sammeln. Die meisten Frauen nutzten den Tag um auch mal den Ort und die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Das im Vorfeld groß angekündigte Rahmenprogramm mit Ausflügen und Besichtigungen, fand nämlich gar nicht erst statt. Lediglich auf dem Turniergelände gab es einige Aktionsstände, die aber auch hinter den Erwartungen blieben.

 

Nach kurzem Aufenthalt im Hotel, inklusive umziehen und erfrischen, ging es wieder per Shuttle zurück ins Tal. Im Ortsteil Klaus fanden sich dann alle an der WM beteiligten zum Galaabend im dortigen Winzersaal ein. Der uns dort zugewiesene Tisch wurde als letzter bedient. Also hieß es erneut lange zu warten und erstmal den anderen Gästen beim Essen zuzuschauen. Verkürzen sollte die Wartezeit eine dreiköpfige Band junger Damen, die eigens für diese WM das Lied "Champions of the Road" geschrieben haben. Dieses Lied, welches übrigens nicht wirklich für große Begeisterung sorgte, ertönte nicht nur an diesem Abend gleich mehrfach. Auch im Rahmen der Siegerehrung konnten wir uns diesem "Liveerlebnis" nicht entziehen. Ebenso war auf dem Turniergelände das Lied per CD, die es auch für 7 Euro zu kaufen gab, unser ständiger Begleiter. Schließlich hatten aber auch wir nicht nur Musik, sondern sogar unser Essen bekommen. Es folgten noch einige Ehrungen - unter anderem auch für Ewald Focken, der für seinen Einsatz von der UICR ausgezeichnet wurde - und die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit Südafrika als Ausrichter der nächsten WM, die dort im September 2012 stattfinden soll. Gegen 23 Uhr endete der Galaabend und per Shuttle ging es zurück ins Hotel.

 

Am Samstag ging es dann bereits um 8 Uhr wieder zum Turnierplatz. Gegen Mittag war es dann endlich soweit. Deutschland wurde zum Start gerufen. Während die ersten Fahrer in den LKW-Klassen ihre Wertungsfahrt begannen, mußten die Busfahrer zunächst die Sonderaufgaben erfüllen. An der ersten Station galt es in längstens 3 Minuten Schneeketten aufzuziehen. Ebenfalls maximal 3 Minuten Zeit standen auch an der zweiten Station zur Verfügung. Dort stand eine Sattelzugmaschine, ein Volvo FH 16 mit 700 PS. Es galt das Fahrzeug auf eine Wippe zu fahren und dort mindestens zehn Sekunden in der waagerechten Wippenstellung zu halten. Millimeterarbeit, die nur mit viel Glück auch erfolgreich war. Der Großteil der Teilnehmer schaffte es nicht. Für Deutschland erfüllten nur Marcus Ritter und Mario Kühne diese Aufgabe.

 

Auch innerhalb des Wettbewerbes gab es Umstellungen. Zunächst sollten die Wertungsfahrten der Klasse F erst nach allen anderen am Samstag ab 15 Uhr gestartet werden. Sie starteten dann aber doch mit den anderen Klassen zusammen. Lediglich die Wippe, die für Klasse F mit dem Sprinter befahren werden sollte, wurde auf diese Zeit verschoben. Als es dann soweit sein sollte, wurde die Startzeit immer wieder nach hinten geschoben. Stattdessen versuchten sich Jurymitglieder und Schiedsrichter mit "Spaßfahrten" an der Wippe. Nach 2 Stunden Wartezeit ging es endlich los. Aber die Kupplung an dem kleinen Kastenwagen hielt nicht durch. So wurde diese Aufgabe für die Klasse F annulliert und wir konnten mit knapp 3 Stunden (unnötiger) Verspätung das Gelände per Shuttle in Richtung Hotel verlassen.

 

Erneut reichte es nicht für eine Erholungspause. Denn bereits um 19.30 Uhr stand der Shuttlebus wieder bereit. Nun standen das Abendessen und die Siegehrung im Winzersaal an. Wir hatten wieder denselben Tisch wie am Vorabend und freuten uns, weil das Buffet unmittelbar hinter uns aufgebaut wurde - allerdings war die Freude nur von kurzer Dauer. Nach den ersten unvermeidlichen Reden und einigen Ehrungen, wurde das Buffet eröffnet und die Reihenfolge bekannt gegeben, wer zuerst anstehen durfte. Deutschland wurde wieder als letzte Gruppe eingeteilt und mußte erneut warten, bis woanders bereits die Teller wieder abgeräumt wurden.

 

Dann aber begann die mit Spannung erwartete Siegerehrung. Große Freude als zuerst Heino Martens für seinen 3. Platz in Klasse A aufgerufen und wenig später Marcus Ritter in der gleichen Klasse als neuer Weltmeister gekürt wurde. Damit war es aber auch schon vorbei. Kein weiterer Fahrer aus Deutschland hatte einen der ersten drei Plätze in der jeweiligen Kategorie belegt. Erst bei den Mannschaftswertungen gab es wieder Pokale. In der Klasse A wurde Deutschland mit Marcus Ritter, Heino Martens und Jürgen Vollstedt Weltmeister. Den jeweils dritten Platz belegte die Mannschaft der Klasse C (Volker Keil, Mario Kühne und Steffen Selle) und der Klasse F (Michael Keßler, Sören Krause und Ocke Frahm).

 

Die Siegerehrung versank allerdings im Chaos, als ein Teilnehmer aus der Schweiz als Drittplatzierter in Klasse C aufgerufen wurde und dieser erklärte, er sei aber in Klasse D gestartet. So mußte die Siegerehrung unterbrochen und sämtliche Listen (außer in Klasse A, B und F) für die Einzel-, Mannschafts- und Nationenwertung neu errechnet werden. Wie hinterher zu erfahren war, ist schon zu Beginn der Weltmeisterschaften nicht alles so gelaufen, wie es hätte sein sollen. So berichteten Teilnehmer aus den Niederlanden, dass bereits bei der Anmeldung zwei der Fahrer in falschen Klassen eingeteilt waren und dies nur durch einen glücklichen Zufall von den Teamverantwortlichen entdeckt wurde. Auch hier mußten natürlich entsprechende Korrekturen vorgenommen werden. Wer weiß schon, ob es nicht noch weitere und unentdeckte Fehler gab? Wer auch immer diese Fehler begangen hat: Da haben sich die Verantwortlichen wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert und es bleibt die Frage, ob denn die Ergebnisse am Ende nun wirklich alle stimmen. Erfahren wird man das wohl nie...

 

Als es mit dem Shuttlebus letztmalig zurück zum Hotel ging, wußte niemand (außer den jeweils drei Besten, die ja auf der Bühne geehrt wurden) etwas zu den weiteren Ergebnissen. Durch den groben Fehler gab es neue Wertungslisten, die den Teilnehmerländern in der kurzen Zeit nicht mehr ausgehändigt werden konnten. Es blieb also nichts weiter übrig, als abzuwarten bis die Ergebnisse am Montag dann im Internet abgerufen werden konnten.

 

Nach dem Frühstück am Sonntag, stand die Heimreise an. Um 09.15 Uhr verließ der Bus das Hotelgelände, um den - zumindest für die meisten - langen Rückweg anzutreten. In Bregenz wurde noch ein Zwischenstopp eingelegt, um einen Blick auf die Freilichtbühne am Bodensee zu werfen. Danach ging es dann weiter zu den einzelnen Stationen, an denen die Teilnehmer und deren Begleitung auf der Hinreise eingestiegen waren. Spät in der Nacht traf der Bus dann am Ausgangspunkt in Aurich ein. Die Tage der 27. UICR-Weltmeisterschaft in Rankweil / Österreich waren vorbei. Alle die dabei waren, werden ihr eigenes Fazit ziehen. An dieser Stelle bleibt nur ein

 

herzlicher Glückwunsch an alle Sieger und Platzierten

 

Nach der WM ist vor der WM. Also heißt es nun sich erneut zu qualifizieren und dann viel Erfolg in Südafrika 2012!!!